Förderung für Großwärmepumpen und thermische Speicher (TOP-SI)

Mit dem neuen Förderaufruf „Transferoffensive Großwärmepumpen und thermische Speicher für die Industrie“ (TOP-SI) setzt die Bundesregierung einen starken Impuls für die Transformation industrieller Prozesswärme. Der Aufruf ist Teil des 8. Energieforschungsprogramms und verfolgt ein zentrales Ziel: die schnellen, praxisnahen und wirtschaftlichen Einsatzmöglichkeiten von Industrie- und Großwärmepumpen sowie innovativen thermischen Energiespeichern voranzutreiben. Für Unternehmen entsteht damit die Chance, technologische Risiken zu reduzieren, neue Lösungen unter realen Bedingungen zu testen und ihre Energieversorgung frühzeitig auf Klimaneutralität auszurichten.

Technologischer Hintergrund: Hoher Bedarf an Innovationen

Die industrielle Nutzung von Hochtemperatur-Wärmepumpen sowie thermischen Speichern steht noch am Anfang. Technische Herausforderungen, fehlende Referenzen und geringe Betriebserfahrungen hemmen aktuell die breite Anwendung. Gleichzeitig sind gerade diese Technologien notwendig, um Prozesswärme effizient und CO₂-arm bereitzustellen – ein entscheidender Hebel auf dem Weg zu einem klimaneutralen Industriesektor.

Die Wärme-Mission des 8. Energieforschungsprogramms adressiert diesen Bedarf ausdrücklich. Besonders im Fokus stehen das Sprinterziel 1 („Hochtemperatur-Wärmepumpen über 300 °C bis 2030“) und das Sprinterziel 3 („Drei marktreife Speicherlösungen für Industrie und Quartiere bis 2030“). Mit TOP-SI werden diese Ziele in konkrete Forschungs- und Demonstrationsprojekte überführt.

Ziele des Förderaufrufs für Großwärmepumpen

Ziel dieses Förderaufrufs ist es, den Einsatz von Industrie- und Großwärmepumpen sowie von thermischen Energiespeichern im industriellen Umfeld zu beschleunigen. Hersteller und Industrieunternehmen sollen befähigt werden, neue Lösungsansätze schnell und ökonomisch in die Praxis zu überführen und Betriebserfahrungen zu sammeln. Demonstratoren dienen künftig als Grundlage für umfassende Umstellungen industrieller Prozesse hin zu klimaneutraler Wärmeversorgung.

Fördergegenstand und Module

Der Förderaufruf umfasst zwei zentrale Module:

Modul 1 – Industrie- und Großwärmepumpen

Gefördert werden Demonstrationsvorhaben zur Integration von Wärmepumpen in industrielle Prozesse sowie die Entwicklung und Erprobung wesentlicher Komponenten. Im Fokus stehen insbesondere Anwendungen im hohen Temperaturbereich über 125 °C, mit dem langfristigen Ziel, Lösungen über 300 °C bereitzustellen (Sprinterziel 1).

Forschungsfragen betreffen u. a.

  • Auslegungswerkzeuge
  • Effizienzsteigerungen
  • Materialanforderungen
  • Einsatz von Low-GWP-Kältemitteln
  • netzdienliche Betriebsführung
  • geeignete Geschäfts- und Finanzierungsmodelle

Modul 2 – Industrierelevante thermische Energiespeicher

Hier geht es um die Übertragung bereits entwickelter Speicherlösungen in die industrielle Praxis. Gefördert werden modellhafte Implementierungen, die ein übertragbares Potenzial besitzen. Monitoring spielt eine zentrale Rolle, um allgemeingültige Empfehlungen für den Betrieb abzuleiten.

Forschungsfragen umfassen u. a.

  • digitale Auslegungs- und Integrationstools
  • flexible Betriebsführung
  • Modularisierung und Skalierung
  • mögliche Geschäftsmodelle zur lokalen Netzunterstützung
  • hohe Leistungsdichten
  • Datenaggregation und Aufbereitung
  • Erhöhung der Wirtschaftlichkeit von Speicherkonzepten
  • nachhaltige Materialanalysen

Beide Module können kombiniert werden – ausdrücklich erwünscht, wenn dadurch besonders effiziente Gesamtsysteme entstehen.

Unternehmen, insbesondere Start-Ups und KMU. Forschungseinrichtungen und Hochschulen. Kommunale Unternehmen, Stadtwerke und Energieversorger mit Bezug zur industriellen Anwendung.

Bis zu 80 %, abhängig von der Art des Projekts und der Größe des Unternehmens.

Zweistufiges Verfahren, Einreichungsfrist der Projektskizzen bis 28.02.2026

Gerne prüfen wir Ihr konkretes Projekt auf bestehendes Förderpotenzial und unterstützen Sie bei der Umsetzung des gesamten Förderprozess. Buchen Sie direkt hier einen unverbindlichen Termin oder schreiben Sie uns am besten über unser Kontaktformular unter: www.gewi.de/kontakt/. Wir melden uns dann umgehend bei Ihnen.


Übrigens: viele weitere Förderinformationen finden Sie in unserer Förderdatenbank
www.gewi.de/magazin/

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